FOTOJOURNALISMUS

Hier findest du ein paar Zeilen, worin du erkennen kannst, wie ich über den Fotojournalismus denke. Ich habe mich hauptsächlich an die Literatur HANDBUCH DES FOTOJOURNALISMUS von LARS BAUERNSCHMITT und MICHAEL EBERT gehalten. Dieses Buch erschien im DPUNKT.VERLAG.

REPORTAGEFOTOGRAFIE

 

Fotos können unterschiedlich eingesetzt werden. In der dramaturgischen Funktion dient das Foto zur Auflockerung des Textes. Es ist eine Art Schlagzeile. In der illustrierten Funktion unterstützt das Foto den Text. Und in der journalistischen Funktion vermittelt das Foto eigenständige Inhalte. Dies kann übrigens auch bei Einzelbildern der Fall sein. Da ich mich als Fotograf und nicht als Texter sehe, ziehe ich die journalistische Funktion vor. Die dramaturgischen und illustrierten Funktion ist bei den Einzelfotos (Fotos 2019 / Fotos 2020 / Fotos Memberbereich) zu sehen. 

 

Als Reportage (von lat. reportare = zusammentragen, zurückbringen...) bezeichnet man im Journalismus eine nicht fiktive Darstellungsform. Eine Fotoreportage ist eine Bildsequenz, deren Einzelfotos durch eine Dramaturgie zu einer  in sich geschlossenen Geschichte verbunden sind.

 

Die Reportage behandelt ein  sichtbares Thema. Die Reportage soll einem roten Faden folgen und einen Spannungsbogen besitzen. Wie ein Spielfilm beschreibt die Reportage eine Person  oder einen Ort, um die bzw. den sich die gesamte Bildstrecke dreht. Dabei sollte  die Geschichte ein Grundmotiv aufweisen, das vom Anfang bis zum Ende verfolgt wird. Eine Reportage benötigt einen Anfang (Einstieg) und ein Ende (z.B. Appell)). Zu Beginn einer Reportage sollte ein Aufmacher stehen, der in die  Geschichte hineinführt. Am Ende schließt sich die Geschichte idealerweise mit  einem Foto, das sich formal oder inhaltlich auf das Aufmacherbild bezieht.

 

Die  Dramaturgie einer Fotoreportage entsteht durch die Verwendung unterschiedlicher Aufnahmedistanzen, aus denen die einzelnen Fotos aufgenommen werden.  Am Ende muss eine  Reportage »rund« sein. Das heißt:

 

- Alle wichtigen Aspekte (Handlungen, Orte oder Personen) sollten behandelt  worden sein.

- Unterschiedliche Perspektiven sollten aufgezeigt worden sein.

- Die Geschichte sollte sich schließen, das beispielsweise das Ausgangsmotiv aus einem  anderen Blickwinkel zeigt.

- Die Reportage sollte in einer Bildsprache erzählt sein und keine Stilbrüche  aufweisen.  

 

Um den Betrachter nicht zu langweilen, sollte die Reportage keine Längen aufweisen, die zum Beispiel durch Wiederholungen entstehen. Eine gute Reportage  enthält so viele Fotos, dass alle wichtigen Aspekte aufgezeigt werden. Themen,  die nur über wenige Aspekte verfügen, müssen kürzer erzählt werden als facettenreiche Inhalte, die durchaus Material für eine längere Bildstrecke hergeben.  Der Fotograf muss während der Produktion immer die ganze Geschichte im  Blick haben. Hierbei hilft eine Motivliste, die während der gesamten Produktion auf einem aktuellen Stand gehalten werden sollte.

BILDSERIE

 

Fotos können unterschiedlich eingesetzt werden. In der dramaturgischen Funktion dient das Foto zur Auflockerung des Textes. Es ist eine Art Schlagzeile. In der illustrierten Funktion unterstützt das Foto den Text. Und in der journalistischen Funktion vermittelt das Foto eigenständige Inhalte. Dies kann übrigens auch bei Einzelbildern der Fall sein. Da ich mich als Fotograf und nicht als Texter sehe, ziehe ich die journalistische Funktion vor. Die dramaturgischen und illustrierten Funktion ist bei den Einzelfotos (Fotos 2019 / Fotos 2020 / Fotos Memberbereich) zu sehen. 

 

Eine Serie ist eine zusammenhängende Gruppe gleichartiger Dinge. Die Bildserie wird, formal anders als die Reportage, aus gleichartig aufgebauten Fotos  gebildet. Kennzeichen einer fotografischen Serie ist die formale Ähnlichkeit  der in ihr zusammengestellten Fotos. Das vom Fotografen gewählte Thema  wird dargestellt durch eine Reihe von Bildern, die in der Auswahl der dargestellten Objekte und im Bildaufbau auf den ersten Blick nahezu identisch sind. 

 

Diese formale Ähnlichkeit zwingt den Betrachter zur genaueren Analyse  der einzelnen Fotos. Die Aufmerksamkeit des Betrachters gilt den Unterschieden in den Details der einzelnen Fotos. Im Gegensatz zur Reportage wird die  Aussage der Bildstrecke durch den Vergleich der Fotos und die Feststellung  der formalen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede vermittelt.  Während die Dramaturgie der Reportage durch den Einsatz unterschiedlicher Perspektiven und Aufnahmedistanzen erzeugt wird, bezieht die Serie ihre  Spannung aus den häufig sehr geringen formalen Unterschieden zwischen  den einzelnen Fotos.

 

Der Betrachter sucht nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden auf den einzelnen Fotos. Gerade bei der Serie hängt die Wirkung wesentlich von der Einhaltung der selbstgewählten formalen Kriterien ab. Ungewollte formale Brüche lenken den Betrachter unter Umständen in eine falsche  Richtung und machen das Verstehen der Serie unmöglich. Die formalen und  inhaltlichen Unterschiede zwischen den Fotos müssen also sehr bewusst eingesetzt werden.

ESSAY

 

Fotos können unterschiedlich eingesetzt werden. In der dramaturgischen Funktion dient das Foto zur Auflockerung des Textes. Es ist eine Art Schlagzeile. In der illustrierten Funktion unterstützt das Foto den Text. Und in der journalistischen Funktion vermittelt das Foto eigenständige Inhalte. Dies kann übrigens auch bei Einzelbildern der Fall sein. Da ich mich als Fotograf und nicht als Texter sehe, ziehe ich die journalistische Funktion vor. Die dramaturgischen und illustrierten Funktion ist bei den Einzelfotos (Fotos 2019 / Fotos 2020 / Fotos Memberbereich) zu sehen. 

 

Der Duden beschreibt den Essay als »kürzere, leichtverständliche, aber geistreiche Abhandlung über eine literarische oder wissenschaftliche Frage«. Als literarische Form geht der Essay zurück auf Michel de Montaigne, der voraussetzte,  dass der Mensch nur subjektiv sein könne. Kennzeichen des Essays ist die persönliche Darstellung des gewählten Themas. Ein Essay ist subjektiv und bekennt sich dazu. Walter Benjamins Feststellung »Wer nicht Partei ergreifen  kann, der hat zu schweigen« kann deshalb als Maxime für jeden fotografischen Essay verstanden werden. Der Essay dient nicht der Vermittlung von  Fakten oder Wahrheiten, sondern zeichnet sich durch seine assoziative Gedankenführung und seine paradoxen und provokativen Darstellungen aus.

 

Häufig ist das Entwickeln der Gedanken und Überlegungen in einem Essay  wichtiger als der dargestellte Gegenstand. Oft wirft ein Essay neue Fragen auf,  statt Antworten zu geben.  Was für die literarische Darstellung gilt, betrifft auch den fotografischen Essay. Die Fotos eines Bildessays verweigern sich oft der schnellen Lesbarkeit und  leben vom formalen Reiz. Inhaltlich anders gestaltet als die Reportage kann der  Essay auch ein Gefühl, ein Phänomen oder eine Zeiterscheinung behandeln.  Fotografisch formal betrachtet ist der Essay eine Sonderform der Serie. Während sowohl bei der (klassischen) Reportage als auch bei der Serie bestimmte  gestalterische Regeln vorgegeben sind, kennzeichnet den Essay seine auf den  ersten Blick scheinbar völlige Freiheit der Stilmittel.  

 

Die vom Fotografen gewählte bildsprachliche Umsetzung muss lediglich  dem gewählten Thema und der Position des Fotografen zu seinem Thema  entsprechen.  Während bei der Reportage die Information erst durch die Betrachtung aller  Fotos der Geschichte vermittelt wird und der Betrachter die Informationen  quasi durch die Addition der Bildinhalte erhält, vermittelt die Serie ihre Informationen durch den Vergleich der Fotos miteinander. Ganz anders verhält es  sich beim Essay: Die einzelnen Fotos eines Essays bilden eine Bildreihe, müssen  aber im Gegensatz zu den Fotos einer Reportage oder einer Bildserie jedes für  sich die vom Fotografen gewünschten Inhalte und Positionen vermitteln.

 

Der  Essay kann also als Serie von Einzelbildern verstanden werden. Diese scheinbare Freiheit bei der Gestaltung birgt aber das Risiko der Beliebigkeit, wenn  der Bildautor gestalterisch nicht sehr präzise arbeitet. Da jedes Foto für sich  bestehen können muss, erfordert der Essay die höchste fotografische und gedankliche Präzision.  Damit die vom Fotografen angestrebte Aussage einer Bildstrecke verständlich wird, muss er bestimmte formale Vorgaben einhalten. Nur wenn erzählerische Regeln eingehalten werden, kann der Betrachter den Inhalt erfassen.  Doch so wichtig diese Regeln sind: Zu jeder Regel gibt es mindestens eine  erfolgreiche Ausnahme. Die findet aber nur derjenige, der diese Regeln erst  einmal gelernt hat.

DOKUMENTATION

 

Dokumentionen sind in vielen unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen, in der Wissenschaft und im technischen Sektor zu finden. Sie dienen dazu, dauerhafte festgehaltene Informationen für interessierte Parteien gezielt auffindbar zu machen. Sie erfolgen in schriftlicher Form, können aber auch Bilder-, Videos- oder Tonaufzeichnungen sein. Ihr Zweck ist es, Daten in nachvollziehbarer Form vollständig zu kategorisieren.